Richtiger Optimismus für den Mannschaftskampf gegen den SK Bingen wollte beim Studium der Mannschaftsaufstellungen wahrlich nicht aufkommen, obwohl wir durch Erkrankung eines Binger Spielers sofort mit 1:0 in Führung gehen konnten. Zu groß schien die Überlegenheit der Binger; lediglich an den Brettern 2, 3 und 5 waren die DWZ-Zahlen einigermaßen ausgeglichen.
Unser Topscorer Jannik sorgte also durch seine bloße Anwesenheit für die frühe Führung. Nicht viel später trennte sich Nils von seinem Gegner mit einem leistungsgerechten Remis, ganz ausgekämpft schien mir die Stellung aber vielleicht noch nicht zu sein (1,5:0,5). Auch Daniel begegnete seinem Gegner auf Augenhöhe, konnte mit den schwarzen Steinen eine ausgeglichene Stellung erreichen, aber wohl auch nicht mehr (2:1). Dann wurde es auf einmal unruhig im Spielsaal: Hans hatte eine ziemlich ausweglose Stellung mit tatkräftiger Hilfe der Schachgöttin Caissa noch gedreht und wir führten plötzlich mit 3:1. Da lag tatsächlich eine faustdicke Überraschung in der Luft, denn Annette und Helmut hatten mit den schwarzen Steinen zwar schwierige, aber doch noch ganz passable Stellungen, so dass zwei weitere halbe Punkte durchaus möglich schienen. Zunächst kamen die Binger allerdings – nicht unerwartet – zum Ausgleich, nachdem Brigitta und Heinz nach jeweils durchaus solider Eröffnungsbehandlung von ihren deutlich stärkeren Gegnern langsam aber sicher in die Defensive gedrängt wurden und ihre Stellungen am Ende nicht mehr verteidigen konnten (3:3). Annette hatte sich fast die ganze Partie gegen einen Königsangriff zu erwehren, schaffte dies aber mit großem Kampfgeist und etlichen genauen Zügen und nährte damit weiter die Hoffnungen auf einen Punktgewinn (3,5:3,5). Leider hatte die Schachgöttin nach ihrer großen Hilfe für Hans aber nicht mehr genügend Power, um auch Helmut noch zu unterstützen. Nach einem durchaus vermeidbaren Bauernverlust in komplexer Stellung schaffte er es zwar noch, eine Festung zu errichten, die sogar hätte gehalten werden können – wenn es im Schach keinen Zugzwang gäbe (3,5:4,5).
Mit dieser knappen Niederlage bleibt die Vierte nach Abschluss der Vorrunde auf dem zweiten Tabellenplatz und darf nun in der Aufstiegsrunde weiterspielen.
