Gegründet 1956, haben sich die Schachfreunde Heidesheim zu einem der erfolgreichsten Vereine in Rheinhessen und zu einem etablierten Verein in Rheinland-Pfalz entwickelt. Mit ca. 70 aktiven Mitgliedern nimmt der Verein am Erwachsenen-, Jugend- und Seniorenmannschaftsbetrieb teil. Von jung bis alt ist alles vertreten.

Im Verein:

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Johannes und Annelen bei Schlosspark Open

Nachfolgend ein "kurzer" Bericht von Johannes:

 

Vom 22. bis 25. August spielten wir (Annelen und Johannes) das Wiesbadener Schlosspark-Open mit. Sehr angenehm waren die Spielbedingungen im Jeanne-Schütz-Haus und der goldene Springer vor dem Eingang vermittelte ein schachliches Ambiente.

 

Annelen war auf 71 von 185 Teilnehmern gesetzt. In der ersten Runde gewann sie gegen einen Gegner mit ca. 1500 DWZ, der es sich etwas zu leicht machen wollte und nur ungefähr 5 Minuten für die ganze Partie nachdachte. In der zweiten Runde wartete mit einem 2200er schon ein schwerer Brocken. Hier spielte sie sehr solide, sodass der Gegner im Endspiel ins Remis einwilligte. Die Runde brachte ihr einen 2100er. Dieser spielte eine etwas ungewöhnlich Variante, gegen die Annelen keinen guten Plan fand und in Folge des Raumnachteils und der schlechteren Figurenstellung bald die Segel streichen musste. Doch jetzt begann Annelens furioser Spurt nach vorne: In der vierten Runde musste sie zwar noch etwas zittern, ob es gegen den schwächeren Gegner zu einem vollen Punkt reichte, doch nachdem er die ganze Partie gut gespielt hatte, übersah er einen taktischen Trick im Endspiel.  Gegen den folgenden Gegner mit 2260 Elo wählte Annelen einen sehr sicheren Aufbau. Während sie ruhig manövrierte, wollte der Gegner zu früh mit der Brechstange durchkommen und wurde klassisch strategisch über die schwarzen Felder ausgekontert. Als der Gegner das strategische Bauernopfer annahm, war die Stellung eigentlich schon verloren. Anschließend spielte sie gegen einen gleichstarken Gegner. Im Stonewall ergab sich eine ziemlich wilde Stellung, in der Annelen den besseren taktischen Überblick behielt und schließlich den unentwickelte Stellung des Gegners ausnutzen konnte. Vor der letzten Runde stand sie mit 4,5/6 deutlich über ihren Erwartungen da und lag auch in der Ratinggruppe vorne. Doch ein Blick auf die Paarungen offenbarte, dass sich das schnell wieder ändern könnte: Ihr Gegner, ein Internationaler Meister aus Frankreich, war natürlich kein leichtes Kaliber. Die Partie eröffnete mit einer Nebenvariante, um Annelen auf taktisches Glatteis zu führen. Nach der Eröffnung ergab sich eine recht ungewöhnliche Stellung mit Annelens schwarzem König im Zentrum, der aber gut durch einen riesigen Bauernpulk geschützt war. Die Stellung war wohl angenehmer für Schwarz, doch der IM wollte natürlich auf Gewinn spielen. Nach mehreren Figurenabtäuschen konnten beide Seiten jeweils einen starken Freibauern bilden. Diese endlos lange Partie wurde schließlich durch ein Dauerschach beendet, da sich die gegenseitigen Drohungen die Waage hielten. Die Verfolger holten auch keine vollen Punkte, sodass Annelen mit einem halben Punkt Vorsprung und 5/7 ihre Ratinggruppe gewann.

 

Nach einem anstrengenden Schultag musste Johannes erstmal ins Turnier finden und hatte etwas Mühe mit seinem schwächeren Gegner. Aber wie schon bei anderen Turnieren gesehen, sollte das keine Auswirkungen auf den weiteren Turnierverlauf haben…

 

Im 40. Zug und nach 4 Stunden Spielzeit konnte Johannes doch noch den vollen Punkt verbuchen. Die nächste Runde brachte Johannes einen jungen Gegner, der auf vergangenen Turnieren schon öfters gegen starke Gegner bewähren konnte.  In der Partie wählte dieser aber ein zu harmloses Abspiel mit Weiß, sodass Schwarz erst ausgleichen und dann seinen Vorteil bis zum Sieg ausbauen konnte. Erwartungsgemäß musste Johannes als Startranglisten-Nummer 7 wieder gegen einen schwächeren Gegner mit etwa 2000 antreten. In der Eröffnung gewann er viel Raum am Damenflügel und zwang den Gegner so zu riskanten Aktionen im Zentrum. In deren Verlauf gewann Johannes eine Qualität, die er nach einigen technischen Schwierigkeiten dann auch zum vollen Punkt nach Hause fuhr. Runde 4 brachte Johannes einen jungen Spieler des gastgebenden Vereins. Hier entstand eine sehr wilde Partie. Obwohl die Stellung objektiv ausgeglichen war, verließ der Gegner sich auf ein Bauernopfer, welches zwar die Qualität gewann, aber Johannes sehr viel positionelle Kompensation bot, da die weißen Figuren zunehmend auf Abwege gerieten. Schließlich konnte der Weißspieler den Lh6 (durch Bauern f6 und g5 eingemauert) und den Springer auf d7 nicht mehr vernünftig decken und musste sich bald geschlagen geben. Mit 4/4 bisher die Pflichtaufgaben erfüllt, erwartete Johannes jetzt der erste Großmeister mit über 2500 Elo. Dieser spielte eine sehr waghalsige, aber auch sehr ehrgeizige Variante. Johannes profitierte davon, dass er sich eine ähnliche Variante vor einigen Jahren zur Vorbereitung auf einen anderen Gegner schon einmal angesehen hatte und konnte eine starke Bauernfront von h2 bis d6 ins schwarze Lager installieren. Durch diesen Raumvorteil und starken Druck auf der b-Linie fühlte er sich sogar ermutigt, das Remisangebot des GMs auszuschlagen. Leider verbrauchte er ziemlich viel Zeit, die ihm bei der Verwertung des Vorteils fehlte. So wurde nach 32 Zügen das Remis vereinbart. Erstaunlicherweise spielte er in der 6. Runde wieder gegen einen schwächeren Gegner, nämlich gegen Annelens Zweitrundengegner mit 2200. Hier kam Johannes zugute, dass er schon Partien mit ähnlichen Strukturen gespielte hatte. Nach der Öffnung der Stellung nutzte er seine Initiative zu einem Bauerngewinn und konnte wie in der Vorgängerpartie einen Bauernkeil bis nach e3 errichten. Da er hier noch genug Zeit hatte, reichte es diesmal auch ganz souverän zum Sieg. Mit 5,5/6 und der geteilten Tabellenführung ging es jetzt natürlich um die Plätze auf dem Podest und sogar um den Turniersieg. Wie erwartet spielte er gegen einen direkten Konkurrenten mit GM-Titel, der den Sieg wohl schon fest vor Augen hatte. Johannes setzte ihn vor Beginn an unter Druck, was sich auch im hohen Zeitverbrauch des Großmeisters äußerte. Leider wählte Johannes an einer Stelle einen ungenauen Zug, der dem Gegner eine zusätzliche Möglichkeit eröffnete. Es entstand ein Mittelspiel mit ungleichfarbigen Läufern, in dem der GM Johannes‘ Remisangebot ablehnte. Johannes unterschätzte die gegnerischen Angriffsressourcen bei reduziertem Material und kam zwischenzeitlich in ernste Schwierigkeiten. Doch unvorsichtigerweise tauschte der GM einige Bauern ab und ließ Johannes schließlich zum Damentausch kommen. Im  ungleichfarbigen Läuferendspiel mit zwei Minusbauern konnte Johannes eine Festung errichten und sich damit endgültig das Remis sichern. Somit stand er in der Endtabelle mit 6/7 ohne Niederlage auf dem dritten Platz und konnte diverse Titelträger hinter sich lassen.

 

Wer nächstes Jahr im Sommer ein schönes Turnier in der Region sucht, der sollte sich diese Adresse unbedingt merken!

 

Alle Ergebnisse gibt es auf der Turnierhomepage.

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