Gegründet 1956, haben sich die Schachfreunde Heidesheim zu einem der erfolgreichsten Vereine in Rheinhessen und zu einem etablierten Verein in Rheinland-Pfalz entwickelt. Mit ca. 70 aktiven Mitgliedern nimmt der Verein am Erwachsenen-, Jugend- und Seniorenmannschaftsbetrieb teil. Von jung bis alt ist alles vertreten.

Im Verein:

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Packendes Finish beim Dähne-Pokal

Nachfolgend ein Artikel von Johannes:

 

Vom 15. bis 17. Juni fand in Niedernhausen bei Wiesbaden ein Schachevent der besonderen Art statt: Parallel wurden das Finale der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft in verschiedenen Wertungsgruppen und die deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft, auch bekannt als Dähne-Pokal, ausgetragen.

Zwei Heidesheimer spielten im Dähne-Pokal mit, welcher im KO-Modus abgehalten wurde: Andreas und Johannes. Während Andreas am Pokal auf Rheinhessen- und Rheinland-Pfalz-Ebene teilgenommen hatte und sich dadurch die Qualifikation gesichert hatte, erlangte Johannes die Teilnahmeberechtigung, indem er ein von Chessbase veranstaltetes Online-Blitzturnier gewonnen hatte.

Das Turnier war insgesamt recht ausgeglichen besetzt. Da zudem auch noch die Startrangliste ausgelost wurde, waren bereits zu Beginn Paarungen gleichstarker Spieler gegeneinander zu erwarten.

Dies war bei Andreas in der ersten Runde der Fall. Nachdem er mit Schwarz positionellen Druck aufgebaut hatte, ließ er seinen König etwas zu lang in der Mitte und eröffnete seinem Gegner die Gelegenheit zu einem Königsangriff. In der Folge gewann Weiß Material und bald auch die Partie.

Eine Besonderheit des Dähne-Pokals ist die, dass auch Spieler, welche aus dem Pokal ausgeschieden sind, in einem Turnier nach Schweizer System weitere Partien spielen können. Und dort legte Andreas sofort mit zwei sauber herausgespielten Siegen los. Leider verlor er die beiden abschließenden Partien und landete abschließend auf dem 18. Platz.

Johannes startete mit einer sehr umkämpften Partie ins Turnier. Nachdem er sich in einem komplizierten Mittelspiel einen Mehrbauern gesichert hatte, spielte er im Endspiel ungenau weiter und benötigte etliche weitere Anläufe, um die Partie abschließend zu gewinnen. Die zweite Partie gewann er und in der dritten Runde trat eine weitere Eigenheit des Pokals in Erscheinung: Nachdem die lange Partie remis ausging, musste ein Stichkampf her! Dieser bestand aus zwei Blitzpartien. Johannes gewann beide und erreichte damit die vierte Runde. Diese gewann er nach einer extrem taktisch geprägten und undurchsichtigen Partie. Im Finale hatte er Schwarz gegen den Favoriten des Turniers. Die Partie verflachte relativ schnell zum Remis, sodass auch hier ein Stichkampf nötig war.

Unter den aufmerksamen Blicken vieler Schaulustiger und des Schiedsrichters startete der Final-Stichkampf. Johannes hatte die ganze Partie über leichten positionellen Druck und konnte diesen im Endspiel in einen Mehrbauern umwandeln. Auch die Situation auf der Uhr war leicht vorteilhaft für ihn, ca. 90 Sekunden gegen 60 verbleibende Sekunden des Gegners.

Und plötzlich passierte etwas, womit wohl keiner der anwesenden Spieler und Kiebitze gerechnet hatte: Die Uhr ging aus. Da der aktuelle Stand auf der Uhr nicht mehr neu eingestellt werden konnte, musste diese Partie wiederholt werden.

Die Wiederholungspartie mündete nach haarsträubenden Komplikationen in eine Zugwiederholung. Daher musste nun die nächste Blitzpartie mit vertauschten Farben über den Ausgang des Turniers entscheiden. Hier entwickelte sich eine Stellung mit beiderseitigen Königsangriffen. Der König von Johannes geriet immer mehr in die Schusslinie, als das Zentrum geöffnet wurde. Schlussendlich waren Materialverlust und die Niederlage nicht mehr abzuwenden.

Am Abend bildete die prachtvolle Abschlussgala mitsamt Siegerehrung einen mehr als gelungenen Abschluss dieses Turniers.

Alles in allem eine wirklich sehr attraktive Veranstaltung! Hervorzuheben ist auch das interessante Rahmenprogramm, wie beispielsweise eine Uhren-Simultanveranstaltung oder ein Vortrag über die umfangreichen Funktionalitäten von Chessbase.

Vielleicht möchten nächstes Jahr noch mehr Heidesheimer versuchen, über die jeweiligen Vorturniere die Fahrkarte zum Finale der Amateurmeisterschaft bzw. zum Dähne-Pokal zu lösen.

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